Newsletter Frank Heinrich #08/2021

Wenn Sie nur den Text lesen möchten, finden Sie hier eine PDF Version.  


Danke und: “Auf ein Wiedersehen!“

Das letzte Mal als Abgeordneter nach zwölf Jahren im Deutschen Bundestag, der letzte offizielle Termin in Berlin und in Chemnitz. In Berlin war es die Ehrung unserer Einsatzkräfte in Afghanistan, in Chemnitz wird es wohl eine Predigt im sonntäglichen Gottesdienst in Wittgensdorf sein. Am 26. Oktober 2021 tritt der 20. Deutsche Bundestag zusammen, und ich werde ihm nicht mehr angehören. Das stimmt mich traurig und doch schaue ich dankbar zurück, auch auf ein Abenteuer, das ich mir nicht hätte träumen lassen. Es hat mich in unzählige Länder geführt und ich konnte Themen, die mich bereits Jahrzehnte umtreiben, auf nationaler und internationaler Ebene voranbringen.
Diese Ausgabe meines Newsletters wird die letzte sein. Die Adressen werden entsprechend den Datenschutzrichtlinien nach dem Versand gelöscht. Natürlich bin ich für Sie und Euch nicht aus der Welt. Meine E-Mail-Adresse des Bundestages wird erst in einigen Wochen abgeschaltet und in den sozialen Medien bleibe ich langfristig aktiv.
Es war mir eine Ehre, unserem Land und vor allem den Chemnitzerinnen und Chemnitzern in diesem „Hohen Haus“ zu dienen. Von Herzen sage ich: „Danke für jede kleine und große Unterstützung auf diesem Weg.“ Und gleichzeitig wünsche ich mir, dass ich Ihnen und Euch wieder begegnen werde. In diesem Sinne verabschiede ich mich mit einem: „Auf ein Wiedersehen!“ 


Das „beste Team der Welt“

Wenn man schon aufhören muss, dann so: Drei Tage war ich mit meinem Team noch einmal zusammen im wunderschön gelegenen Kloster Lehnin. Der Rückblick auf die gemeinsame Zeit und die vielen schönen und weniger schönen Erfahrungen prägten diese Tage genauso wie der Blick auf die Stärken des Einzelnen. Damit wurde jeder meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch mir ein Werkzeugkasten gefüllt für eine gelingende Zukunft. In der ARD-Sendung „Kontraste“ vom 14.10.2021 gibt es kleine Ausschnitte davon zu sehen.
Herzlich möchte ich mich bei jedem aus meinem Team bedanken! Ihr habt mich all die Jahre grandios unterstützt und mir auch dann den Rücken freigehalten, wenn es einmal eng wurde. Sicher können viele von Ihnen und Euch bestätigen, dass ich das „beste Team der Welt“ um mich hatte. Ich wünsche meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles erdenklich Gute für ihre Zukunft.


Quo vadis CDU

„Wir haben die Bundestagswahl verloren – Punkt.“ Die Gründe sind sicherlich vielfältig, aber an dem Ergebnis lässt sich nichts herumdeuteln. Deswegen halte ich es für angemessen, dass sich meine Partei inhaltlich und personell erneuert. Das gilt zuerst und vor allem im Bund.
Zwölf Jahre lang habe ich den Vorsitz im Kreisverband bereits inne. In dieser Zeit war es mein ständiges Bestreben, zusammenzuführen und einend zwischen den Generationen, politischen Strömungen und unterschiedlichen Interessenlagen zu vermitteln. Schon länger habe ich mich darum bemüht, mein Amt geordnet und mit einem entsprechenden Übergang in jüngere Hände zu übergeben. Auch jetzt schmeiße ich nicht einfach hin, aber ich denke, es ist nun an der Zeit, für den Kreisvorsitz einen geeigneten Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden.


Zwölf Jahre „Nationalspieler“ aus Chemnitz

Am Beispiel von Michael Ballack habe ich unzählige Male meine Aufgabe als Bundestagsabgeordneter erklärt: Aus Chemnitz stammend, spielte er viele Jahre für die Deutsche Fußball Nationalmannschaft. Natürlich hat er sich immer wieder für „seinen CFC“ eingesetzt, aber im Nationaltrikot spielte er für unser Land. Genauso habe auch ich mich bei jeder Gelegenheit für Chemnitz verwendet und gleichzeitig „meine“ nationalen Themen vorangebracht. Ganz oben auf meiner Agenda standen das Menschenrecht auf Wasser, die humanitäre Hilfe, die sich in den letzten zwölf Jahren verdreifacht hat, das unsägliche Leid, das durch Menschenhandel verursacht wird oder die Beziehungen zu unserem Nachbarkontinent Afrika.
Ich betrachte es als Privileg, dass ich gleichzeitig Chemnitz in sehr unterschiedlichen Facetten wahrnehmen konnte: Meine jährlichen Aktionen wie die mehrtägigen Radtouren durch den Wahlkreis, „Tour de Frank“ genannt, oder die Schülerprojektwochen genauso wie unzählige Besuche in Unternehmen, Einrichtungen oder Vereinen. Überall konnte ich dazulernen und oft konnte ich etwas zum Guten beitragen. Alles in allem blicke ich demütig und fasziniert zurück, dass ich als „Nationalspieler“ aus Chemnitz unserem Land dienen durfte und betrachte es als Geschenk, dass ich als solcher viel für die Stadt erreicht habe.


Platz eins auf meiner „Wunschliste“

Ganz obenan steht, dass ich den Chemnitzerinnen und Chemnitzern ein erfolgreiches Jahr als Europäische Kulturhauptstadt 2025 wünsche. Jahrelang habe ich mich gemeinsam mit anderen dafür eingesetzt, dass das Unmögliche möglich wird und wir diesen Titel auf unsere ganz eigene Weise mit Leben füllen. Ich bin dankbar und froh, dass unsere Bewerbung erfolgreich war und sich am Ende nicht die durchsetzen konnten, die dagegen gearbeitet haben. Den Verantwortlichen wünsche ich, dass sie ein glückliches Händchen behalten und unserer Stadt, dass sie dankbar und stolz auf das Geleistete blicken kann.


Frank und Frei

Ich bin Frank. Von meinen Freunden und in vielen Chemnitzer Einrichtungen werde ich immer noch „Happy“ genannt. Auch dafür bin ich dankbar und das will ich mir erhalten, ohne schon zu wissen, was nach der Zeit als Abgeordneter kommen wird. Noch bis Ende Januar bin ich Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats (PVER). Ich hoffe, dass bis dahin der von mir eingebrachte Antrag zum Thema „Pornographie“ beschlossen wird. Dafür werde ich alles in meiner Macht stehende tun. Anschließend habe ich mir eine Pause verordnet, in der ich runterfahren und mich neu sortieren will, um neue Perspektiven für den nächsten Lebensabschnitt zu entdecken.
Eines weiß ich jetzt schon: Ich möchte der Doppelbedeutung meines Namens treu bleiben: tapfer und frei. Dazu gehört der Einsatz für meine Themen – in Chemnitz und darüber hinaus. Dem Trägerverein der offenen Kinder- und Jugendeinrichtung „Haus Kinderland“ will ich weiterhin vorstehen. Es gehört zu mir, mich für benachteiligte Familien gemeinsam mit anderen in unserer Stadt zu engagieren. Aber sicherlich werde ich von Chemnitz aus in irgendeiner Form mit Afrika, der humanitären Hilfe, Wasser oder Menschenhandel zu tun haben. Gerne halte ich Sie und Euch auf dem Laufenden, bevorzugt über die sozialen Medien. Als Abgeordneter sage ich unterdessen: „Au revoire, bye bye und auf Wiedersehen. Es war mir eine Ehre!“


Herausgeber  

Frank Heinrich, MdB

Platz der Republik 1 | 11011 Berlin • Text: Frank Heinrich & Team • Redaktion: Stefan Willi • Layout: M. Florian Walz • Fotos: Team Frank Heinrich

Sie möchten den Newsletter nicht mehr empfangen? Newsletter abbestellen