Schülerprojektwoche 18.-22. Juni 2012

Ich bin ehrlich gesagt ein wenig sprachlos angesichts der überwältigenden Resonanz und des vielen tollen Feedbacks. Sage und schreibe 600 Schülerinnen, Schüler und Azubis haben über die Woche verteilt an den insgesamt 11 Veranstaltungen teilgenommen. Das hat meine Erwartungen weit übertroffen und ich freue mich sehr, dass das Programm der Woche offensichtlich einen Nerv getroffen hat. Mein Anliegen war es ja, gesellschafts-politisches Engagement von jungen Menschen zu fördern. Ich möchte, dass sich junge Chemnitzerinnen und Chemnitzer für ihre Umwelt interessieren und für ihre Mitmenschen einsetzen. Am Feedback gemessen, hat die Projektwoche eine ganze Reihe Impulse gesetzt, die junge Menschen aktiv werden lassen könnten. Ich hoffe, dass die Eindrücke der Woche zu gegebener Zeit den Unterschied machen, z.B. wenn es eben darum geht, füreinander einzustehen.

Ein sehr herzliches Dankeschön an alle Schüler und Azubis für Eure rege Teilnahme und an die Lehrerinnen und Lehrer für die Begleitung ihrer Klassen!

Ausdrücklich danken möchte ich außerdem den Sponsoren für ihre tolle finanzielle und materielle Unterstützung: Wirtschaftsjunioren Chemnitz, Niles Simmons, Envia Mitteldeutsche Energie AG, NEA, GGG - Grundstücks- und Gebäudewirtschafts-Gesellschaft m.b.H., bruno banani, FASA AG & Stadtmission Chemnitz. Sie haben Wesentliches zum Erfolg der Woche beigetragen!

 

Montag: Führungen durch die Chemnitzer Synagoge

Die Holocaust-Überlebende Frau Renate Aris stellte das jüdische Leben in Chemnitz, die Synagoge sowie jüdische Traditionen vor. Zudem erzählte sie bewegend ihre Lebensgeschichte. Sie mahnte die Schüler, ihr Alter zu nutzen, um aktiv dazu beizutragen, dass die Verbreitung von rechtem Gedankengut keine Chance hat. Die meisten Schüler waren zum ersten Mal in der Chemnitzer Synagoge, die ein offenes Gebäude für jedermann ist, und zeigten sich ausgesprochen interessiert.

Dienstag: Planspiel Deutscher Bundestag

Einmal Bundestagsabgeordneter sein: Einen eigenen Standpunkt vertreten, Mitstreiter finden, Meinungsverschiedenheiten diskutieren, um Positionen ringen, von der persönlichen Idee überzeugen, sich mit dem Koalitionspartner abstimmen, den Ausschuss leiten, eine Beschlussfassung zum Gesetzentwurf erarbeiten, im Plenum reden, als Bundestagspräsident die Sitzung leiten und und und. Die Teilnehmer dieses Tages kennen nun den Gesetzgebungsprozess im Bundestag und wissen um die nicht immer leichte Arbeit der Abgeordneten.

Mittwoch: Führungen durch das ehemalige Stasi-Gefängnis auf dem Kaßberg

Wolfgang Lötzsch, erfolgreicher DDR-Radsportler, und Dr. Clemens Heitmann, Leiter der Stasi- Unterlagenbehörde in Chemnitz, konfrontierten die Schüler und Azubis an diesem Tag mit kleinen Gefängniszellen hinter dicken Mauern und mit Geschichten, die höchstwahrscheinlich in Erinnerung bleiben werden. Das persönliche Schicksal von Herrn Lötzsch, der 1976/77 Häftling war, machte betroffen. Viele Rückmeldungen drückten großen Dank aus über die Freiheit, in der wir heute leben dürfen.

Donnerstag: Filmvorführung „Kriegerin“

Ein mehrfach ausgezeichneter Film über die rechtsradikale Szene in Deutschland und die Beteiligung von Frauen in der Szene, der schockiert. Die gezeigte Gewalt sorgte zu Recht für Sprachlosigkeit. Gleichzeitig wurden die Ursachen reflektiert. Ein Teilnehmer sagte, es sei erschreckend, wie Jugendliche bereits in ihrer Kindheit Antisemitismus eingeflöst bekommen. Den Schülern wurde bewusst, dass es viel Mut braucht, sich zu wehren — aber auch, dass Solidarität stark macht.

Freitag: Integrations- und Religionsgespräch

Drei junge Frauen aus Osteuropa berichteten über ihre Verbindung zu Deutschland sowie Chemnitz und sprachen offen über ihren unterschiedlichen Glauben als Christin, Jüdin und Muslimin. Alle drei lieben ihr Heimatland, sind aber gleichzeitig von Deutschland begeistert und fühlen sich hier sehr wohl. In Religionsfragen herrschte Harmonie: Es gebe ohnehin nur einen Gott, weshalb also streiten oder den eigenen Glauben über einen anderen stellen? Gott ist für alle Menschen da. Kulinarische Landesspezialitäten rundeten die Veranstaltung ab.

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