Donnerstag, 02. März 2017 15:04 Uhr Alter: 168 days

Bildung und Forschung - September 2016


Frage:

Sehr geehrter Herr Heinrich, 

Ich bin kein „besorgter Bürger“ aber ich mache mir trotzdem Sorgen über ein, wie ich finde sehr wichtiges Thema. Eigentlich das Wichtigste. Bildung.                                                                                                                                                                   Deutschland ist ein Land von unglaublichem Potenzial, vor allem durch die Eingliederung anderer Kulturen, finde ich, wird Deutschland zunehmend bereichert. Wie haben Industrie, Service, Natur, Kultur – alles. Jetzt auch noch einen ausgeglichenen Haushalt. Ob das in Zeiten der negativen Zinsen wirklich Priorität haben muss, sei dahingestellt, allerdings bin ich damit einverstanden, solange nicht an den falschen Stellen gespart wird.                                                                                                                                                                

Warum gibt es zu wenig Lehrer? Warum wird seit Jahren über eine Bildungsreform geredet, aber nie angepackt? Warum werden immer mehr Lehrkräfte als Dozenten eingestellt? Warum werden Lehrkräfte eingestellt, die nicht mal eine Ausbildung zum Lehrer absolviert haben (in meinem Freundeskreis allein 3 Personen). Bildung ist der Schlüssel zu ALLEM, Integration, Wachstum, Frieden, niedrige Kriminalität, hohe Steuereinnahmen. Es ist mir ein ABSOLUTES Rätsel warum dieses Thema so in den Hintergrund gedrängt wird. Immer wieder kleine, kurzfristige Hilfen und Programme hier und da reichen nicht. Das Bildungssystem, die Investition und Aufstellung in dieses gehören modernisiert.    Klassengrößen von max. 20 Schülern, Integrationsunterricht, moderner Unterricht, top ausgebildete, verbeamtete Lehrkräfte mit guter Bezahlung, moderne Schulen, gemeinsamer Unterricht bis zu 10. Klasse, Abschaffung der Hauptschulen, Förderung von Sonderschulen für tatsächlich Förderungsnotwendige Kinder. Schauen Sie nach Finnland. Lehrer sind dort, wie Doktoren und Richter, die Spitze der Gesellschaft. Ich selbst bin nicht einmal Lehrer aber ich will, dass wir unser Potenzial und die Mittel nutzen. Und ich werde nächstes Jahr die Partei unterstützen, die sich nicht scheut, diese Thema groß auf die Flaggen zu schreiben. Wen werde ich wählen?

mit lieben Gruß

ein/e Bürger/in

 

Antwort:

 

Sehr geehrte/r Bürger/in,

 

herzlichen Dank für Ihre engagierte Anfrage zum Thema Bildungspolitik, die laut unserer Verfassung Ländersache ist. Von daher kann ich mich als Bundespolitiker nur bedingt dazu äußern. In Sachsen stehen wir vor der Herausforderung, dass nach Auskunft des Kultusministeriums bis 2025 etwa die Hälfte aller Lehrerinnen und Lehrer altersbedingt aus dem Schuldienst ausscheiden werden. Deshalb werden im Freistaat in den nächsten Jahren zahlreiche gut ausgebildete Lehrkräfte eingestellt. Trotzdem gebe ich Ihnen Recht, dass es an der einen oder anderen Stelle nicht oder nicht im erforderlichen Maß gelungen ist, bedarfsgerecht Lehrkräfte in den Schuldienst einzustellen. Allerdings sehe ich insgesamt das Land Sachsen auf einem guten Weg, da es laut Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nach wie vor Platz 1 belegt. Gleichzeitig ist erkennbar, dass Bundesländer, die über viele Jahre CDU/CSU geführt sind oder waren, die vorderen Plätze einnehmen. Grundsätzlich sehe ich das föderale System als eine Chance. Der Wettstreit der Bundesländer um die Qualität der Bildung wirkt sich meiner Ansicht nach eher förderlich aus. Und noch ein Hinweis zu Ihrer Nachfrage zur Verbeamtung: Ja, im Wettbewerb um die besten Lehrkräfte ist dies aktuell ein Nachteil, aber: In Zukunft wird dies dafür sorgen, dass Sachsen auch langfristig in der Lage ist, sich ausreichend und gut ausgebildete Lehrkräfte zu leisten. Im Ländervergleich werden die Pensionsleistungen des Freistaates geringer ausfallen. Wir setzen auf Nachhaltigkeit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Frank Heinrich


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