Runder Tisch Wasser am 22.11.2016

Mein Engagement für das Thema Wasser

 

Nach einem Flash Barometer 2012 vom Statistikamt der Europäischen Union zeigen sich 89 Prozent der Deutschen besorgt wegen der Verschmutzung von Wasser durch Chemikalien. Dazu sei fast jeder zweite Deutsche der Ansicht, über die mit Grundwasser, Flüssen, Seen und Meeren verbunden Probleme nicht genug informiert zu sein. Diese Zahlen sind für mich klarer Ansporn, damit ich meine Arbeit bezüglich des Themas Wasser fokussiert fortsetze, zumal „Wasser trifft uns alle“.

Ohne Wasser, kein Leben

Jeder von uns braucht Wasser zum Leben. Das Recht auf Wasser ist daher ein Menschenrecht. Leider wird dieses Recht noch 783 Millionen Menschen auf der Erde verweigert. Das hat schwerwiegende Auswirkungen auf andere Menschenrechte wie die Rechte auf Gesundheit und Bildung. 37 Prozent der Weltbevölkerung fehlt der Zugang zu sanitären Anlagen. Da sie verschmutztes oder gar kein Wasser tranken, sterben 1,5 Millionen Kinder jährlich – sechsmal so viel wie die Einwohneranzahl in Chemnitz! Außerdem vermehren sich die auf Wasser bezogenen Konflikte weltweit wegen Klimawandel und Bevölkerungszuwachs.

Deswegen setze ich mich für das Recht auf Wasser als Bundestagsabgeordneter ein. Im Menschenrechtsausschuss äußere ich mich immer, wenn das Thema auf die Tagesordnung steht. Eine meiner ersten Reden, die ich im Plenum gehalten habe, bezog sich nämlich auf die „Anerkennung des Menschenrechts auf sauberes Trinkwasser und Sanitärversorgung“. Während meiner Reisen als Abgeordneter kann ich mir Überblicke über die Lage vor Ort verschaffen und von deutschen oder internationalen NGOs betreute Wasserprojekte besuchen. Im Januar 2012 war ich am Horn von Afrika, wo mehr als 10 Millionen Menschen von Hungersnot betroffen waren. Ein Grund dafür war die Dürre: Wasser hatte für die Ernte nicht gereicht, daher starben täglich tausende Menschen aus Mangel an Nahrung.

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Brief von Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bis 2013, über das Thema Wasser zum Brief

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Wasser geht uns alle an. Informationen über die Wasserversorgung in Deutschland von Wasserpreisen über Gesundheitsgefahren bis hin zur Gesetzgebung können Sie unter www.trinkwasser-wissen.net erhalten. Die Website ist Teil der Initiative Blue Responsibility, einer Informations- und Aufklärungskampagne der deutschen Sanitärindustrie rund um das Thema "Wasser".

 

Runde Tische über Wasser mit afrikanischen Botschaftern

Da man allein nicht immer viel schaffen kann, versuche ich immer Menschen in Verbindung zu bringen, treffe mich mit Fachleuten und fördere den Dialog. In diesem Zusammenhang organisiere ich seit 2010 Runde Tische in Berlin mit dem Ziel, Botschafter von afrikanischen Staaten zum Austausch über das Thema Wasser zusammenzubringen. Ich freue mich über die immer größer werdende Anzahl an Teilnehmern, die die Bedeutung des Themas unterstreicht.

Die Runden Tische über Wasser

 

Botschaft

Experte

Datum

Dokumente

1. Runder Tisch

zu Wasserknappheit

Marokko

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

22.01.2010

1. RT Überblick

2. Runder Tisch

zum Wassermanagement

Kenia

Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

06.06.2011

2. RT Einladung, Präsentationen: Ministry of Water and Irrigation, Kenia, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung

3. Runder Tisch

zu Wasserversorgung

Sambia

Entwicklungsbank KfW

06.02.2012

3. RT Programm, Präsentationen: Botschaft Sambia, Kreditbank für Wiederaufbau

4. Runder Tisch

zum Recht auf sanitäre Versorgung

Burkina Faso

WASH-Netzwerk

05.11.2012

4. RT Überblick, Präsentationen: ONEA, WASH-Netzwerk

5. Runder Tisch

zum Abwassermanagement

Ägypten

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

18.03.2013

5. RT Überblick, Präsentationen: Technische Universität München,Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

6. Runder Tisch

zu Wasser, Energie und Landwirtschaft

Ruanda

United Nations Secretary-General's Advisory Board on Water and Sanitation

17.03.2014

6. RT Überblick, Präsentationen: Botschaft Ruanda, former Rwandan Minister of State for Energy and Water, United Nations Secretary-General's Advisory Board on Water and Sanitation

7. Runder Tisch

zu Wasserkooperation

Tansania

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

06.10.2014

7. RT Einladung, Präsentationen: Tanzanian Minister of Water, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

8. Runder Tisch

zu Wasserinfrastruktur 

Südsudan

    Sewerin GmbH

                       09.11.2015  8. RT Einladung, Präsentationen: South Sudan Water Cooperation, Sewerin GmbH  

             

 

Zusammenfassung zu den Runden Tischen

Zu den Runden Tischen der Jahre 2010-2015 ist nun auch ein Bericht verfügbar, der einen Überblick zu den ersten siebenTreffen schafft:

Hier

Außerdem habe ich zu diesem Bericht einige Reaktionen erhalten, die ich gerne mit Ihnen teilen möchte.

Feedback von Außenminister Dr. Guido Westerwelle

Feedback von Egon Kochanke, Auswärtiges Amt

Feedback von Konrad H. Arz von Straussenberg, Auswärtiges Amt

Feedback von Gudrun Kopp, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

Was Chemnitz mit Wasser zu tun hat?

Vielleicht fragen Sie sich, was Chemnitz damit zu tun hat? Mit Chemnitzer Technologie und Unternehmergeist stoße ich Wasser-Projekte in Afrika an. Zum Beispiel arbeite ich zurzeit an der  Entwicklung eines Projekts, das auf eine neue, günstige Meerwasserentsalzungstechnik verweist. Die Runden Tische mit Vertretern der Chemnitzer Wirtschaft und Forschung haben sich zudem gut etabliert.

Außerdem besuchen Botschafter aus Afrika regelmäßig meinen Wahlkreis, nicht zuletzt deshalb, weil sie die Erfahrung von den Chemnitzern in den Wirtschaftssektoren des Bergwerks und der Solarenergie schätzen. Ende 2011 kam der Botschafter aus Malawi und weitere Treffen sind für die nächsten Monate geplant. Mit Mali haben wir besonders enge Beziehungen aufgrund der Städtepartnerschaft, die Chemnitz und Timbuktu seit 1968 verbindet.

Um auf den Flash Barometer vom Statistikamt der Europäischen Union zurückzukommen: 67 Prozent der Europäer glauben, die auf Wasser bezogenen Herausforderungen könnten besser in Angriff genommen werden, wenn die Öffentlichkeit darüber informiert wäre. Dieser Anspruch nehme ich auf und setzte ich mich noch weiter für die Verbreitung des Themas in der Öffentlichkeit ein. Anlässlich des Weltwassertags am 22. März 2012 habe ich nicht nur an einer Wasserdemonstration durch Berlin teilgenommen, sondern auch den Chemnitzern Wassersparer zur Verfügung gestellt, einen Flyer über mein Engagement und die Herausforderungen bezüglich Wasser verteilt. Nun freue ich mich darauf, meine Website weiter auszubauen, um Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen und mehr Transparenz zu schaffen. Darunter werden Sie und Ihr ein kleines Wasserlexikon, ein Quiz, Videos und noch mehr finden.

 

Ich setze mich für Euch ein! Diskutieren Sie Ihre Vorstellungen mit mir!

Vor allem freue ich mich aber über persönliche Meldungen, sei es für ein Wasserprojekt als Unternehmer oder engagierter Bürger, sei es für Ideen, Anstöße oder Anliegen. Diskutieren Sie Ihre Vorstellungen mit mir. Ich setze mich gerne für Sie und Euch ein.

 

Meine Reden zum Thema Wasser

„Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser“, 87. Sitzung vom 27.01.2011 (TOP 5), 16:17:55 Uhr, Dauer : 00:16:36

Link zur Rede

„Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser“, 46. Sitzung vom 10.06.2010 (TOP 8), 22:03:59 Uhr,  Dauer : 00:06:59
Link zur Rede

 

Wissenswertes

Chemnitz, Deutschland & Europa

Im Durchschnitt verbraucht jeder Deutsche 135 Liter Wasser im Haushalt pro Tag. Wofür eigentlich? 

Tätigkeit

Liter Wasser pro Tag pro Kopf (Durchschnitt)

Toilettenspülung

40

Baden, Duschen

40

Wäsche waschen

15

Geschirr-Reinigung

8

Händewaschen, Zähneputzen

8

Wohnung putzen

8

Trinken, Essen zubereiten

5

Blumengießen, Rasensprengen, Autowaschen

11

 

Aber wie kann man Zuhause Wasser sparen? Hier ein paar Tipps von der NRO Viva con Agua und von Wasser-sparen.org:

  • Duschen statt Baden!

Für ein Vollbad benötigt man rund 200 Liter Wasser. Bei 6 Minuten Duschen hingegen werden nur etwa 70 Liter verbraucht. Mit speziellen Durchlaufreglern lässt sich der Verbrauch noch weiter senken.

  • Jeder Tropfen zählt!

Geschirrspülen von Hand, Waschen, Zähneputzen und Rasieren nicht bei laufendem Wasserhahn!

  • Geld nicht einfach wegspülen

Die Toilettenspülung ist der Wasserschlucker Nummer Eins im Bad, denn bis zu 50 Liter wertvolles Trinkwasser rauschen hier täglich durch die Spülung. Moderne WC-Niederspülkästen sparen im Unterschied zu den alten Hochspülkästen etwa 8 Liter Wasser pro Spülvorgang – vor allem, wenn sie mit einer Unterbrecher- bzw. Stoppvorrichtung ausgestattet sind.

  • Wäsche sparsam waschen

Bereits beim Kauf neuer Waschmaschinen sollten Sie unbedingt auf die Energieeffizienzklassen achten. Geräte der A-Klasse verbrauchen 20 bis 30 Prozent weniger Wasser und deutlich weniger Strom.

  • Wasch- und Spülmaschine an Warmwasser anschließen

Wird eine Waschmaschine oder Spülmaschine direkt an die Warmwasserleitung angeschlossen, lässt sich Energie sparen.

  • Blumengießen und Rasensprengen nicht tagsüber, sondern erst am Abend.

Es verdunstet dann weniger Wasser. Wenn möglich, sollte man in einer Regentonne oder Zisterne Wasser auffangen.

  • Regenwasserspeicher helfen sparen

Ausgereifte Wasserspeichersysteme machen es heute ganz einfach, Trinkwasser einzusparen und den Regen für die Brauchwasserversorgung zu nutzen.

  • Hände bewusst waschen

Beim Händewaschen stellt man meist das Wasser einmal an und erst wenn die Hände fertig abgewaschen sind wird das Wasser wieder abgestellt. Etwa 15-20 Liter fließen dabei ungenutzt ab, während man sich die Hände einseift.

  • Einhebel-Mischer

Bei Handwaschbecken mit Einhebel-Mischern wird bei der Benutzung häufig der Hebel automatisch bis zum Anschlag ganz nach oben gezogen. Dabei fließt dann mehr Wasser aus dem Hahn, wie eigentlich zum Händewaschen benötigt wird.

 

Weitere Infos:

Täglicher Wasserverbrauch in Haushalten pro Person (Freshwater Withdrawal & Pacific Institute)

Unser täglich Wasser (BMUB)

Europäische Bürgerinitiative zum Menschenrecht auf Wasser und Sanitärversorgung: Homepage der BürgerinitiativeAmtliches Register (Europäische Kommission)

Ausschluss des Wassersektors aus der EU-Konzessionsrichtlinie (tagesschau.de)

„Wassermangel ist der Megatrend an der Börse“ (Die Welt)

„Wasser braucht einen Preis“ (Die Zeit)

„UN prognostizieren Wassermangel in Europa“ (Die Zeit)

“Klimaretter Bio? Der Foodwatch-Report über den Treibhauseffekt von konventioneller und ökologischer Landwirtschaft in Deutschland“ (Food Watch)

„Attitudes of Europeans towards Water” (European Commission)

... und auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

 

Bildungsmaterial für die Sekundarstufe:

"Wasser im 21. Jahrhundert" (erhältlich unter BMUB)

(Trink-)wasser

Ohne Wasser ist das Leben unmöglich. Das Recht auf Wasser wird zwar offiziell nicht anerkannt, aber es ist in vielfältigen Erklärungen und Übereinkommen auf internationaler Ebene enthalten. So wurden anlässlich des Gipfeltreffens der Vereinten Nationen im Jahre 2000 in New York die Millenniumsentwicklungsziele (Englisch: Millennium Development Goals, MDGs) verabschiedet, die die internationale Gemeinschaft bis zum Jahr 2015 erreichen will. Unter anderem soll der Anteil von Menschen ohne Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen halbiert werden. Weltweit haben 783 Millionen Menschen noch keinen Zugang zu sauberem - und damit sicherem - Trinkwasser und nur 63 Prozent der Weltbevölkerung benutzen hygienische Toiletten. Aus diesem Grund sterben täglich mehr als 3 000 Kinder an Durchfallerkrankungen, vor allem in Afrika. Weitere Infos: BMZ, UNESCO

Das Weltwasserforum ist das weltweit größte Zusammentreffen zum Thema Wasser. Seit 1997 treffen sich jedes dritte Jahr Bürger, Politiker, Unternehmer und Experten, um zusammen über Herausforderungen bezüglich Wasser zu diskutieren und Lösungen auszutauschen. Das 6. Weltwasserforum fand vom 12. bis 17. März 2012 in Marseille in Frankreich statt. Ziel des Weltwasserforums ist es, das Thema Wasser auf die politische Tagesordnung zu setzen. Das Recht auf Wasser sollte gewährleistet und durchgesetzt werden. Denn ohne Lösung der Wasserprobleme kann es keine nachhaltige Entwicklung geben. Weitere Infos: 6th World Water Forum

 

Weitere Infos:

Wasserressourcen und Bevölkerung im Vergleich, UNESCO

„783 Millionen ohne Wasser“, Die Zeit

Fußball und Wasser: der WASH United-Club

WHO/UNICEF Joint Monitoring Programme for Water Supply and Sanitation

Stand 2014 der weltweiten Trinkwasser- und Sanitärversorgung

Sanitärversorgung & Hygiene

Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) stehen in enger Verbindung zu einander. Beispielsweise können über dreckiges Wasser eine Vielzahl an Krankheiten übertragen werden. Ein Beispiel hierfür wäre die Cholera, eine bakterielle Erkrankung, die unbehandelt nicht selten zum Tode führen kann. Cholera tritt häufig in Ländern auf, wo das Wasser knapp ist und Menschen sich an verschmutzten Wasserquellen (Teichen, Brunnen …) versorgen müssen sowie insgesamt über schlechte sanitären Bedingungen verfügen. Der Darm entzündet sich und es kommt zu extremen Durchfällen: innerhalb von Stunden trocknet der Körper innerlich fast aus.

Jährlich erkranken, vor allem in Afrika und in Asien, bis zu 5 Millionen an Cholera und bis zu 120 000 Menschen sterben an der Erkrankung. Die Behandlung der Erkrankten ist allerdings recht einfach: die Wasser- und Mineralstoffverluste sollten durch das Trinken von viel und stark gesalzenen Flüssigkeiten ersetzt werden. Wasser ist hier also Krankheitsauslöser und Medikament zugleich. Unter anderem wird die Cholera daher auch als Wasserkrankheit bezeichnet.

 

Weitere Infos:

Warum Toiletten Leben retten (German Toilet Organization e.V.)

WINKLER Inga, “Lebenselixier und letztes Tabu. Die Menschenrechte auf Wasser und Sanitärversorgung” (IGFM)

Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene für alle - ein Fundament für nachhaltige Entwicklung (WASH-Netzwerk, VENRO)

Cholera (Weltgesundheitsorganisation)

Water, sanitation, health (WHO)

Water Supply & Sanitation (World Water Council)

Water, Sanitation and Hygiene (UNICEF)

 

Bildungsmaterial für die Grundschule:

"My School Loo" (erhältlich auf Anfrage bei der German Toilet Organization e.V.)

Nahrung & Energie

Wussten Sie/Ihr schon, dass man Wasser "essen" kann? Denn für die Produktion unserer Lebensmittel wird Wasser genutzt (z.B. für Anbau, Transport, Weiterverarbeitung, etc.). Hier eine kleine Übersicht:

Wie viel Liter Wasser …

… für die Produktion unserer Lebensmittel

70 L

Apfel/Birne (1)

150 L

Zucker (100 g)

140 L

Kaffee (1 Tasse)

35 L

Tee (1 Tasse)

190 L

Apfelsaft (1 Glas)

25 L

Kartoffel (1)

40 L

Brot (1 Scheibe)

275 L

Sojabohnen (100 g)

135 L

Eier (1)

615 L

Hühnerfleisch (150 g)

690 L

Schweinefleisch (150 g)

200 L

Milch (1 Glas)

2400 L

Hamburger (1)

50 L

Orange (1)

1216 L

Pizza Margherita (1)

13 L

Tomate (1)

140 L

Reis (100 g)

70 L

Banane (1)

2400 L

Schokolade (100 g)

 

Weitere Infos:

„Wasserverbrauch für die Produktion von 1 kg Lebensmittel“ (UNESCO-IHE Institute for Water Education)

WWF

“The Water, Energy and Food Security Nexus. Solutions for the Green Economy”, Bonn 2011 Conference, 16 – 18 November 2011

Konflikt & Kooperation

Von der gesamten Wassermenge auf der Erde sind nur 0,3% tatsächlich verfügbares Trinkwasser und 60% davon besitzen nur 9 Staaten. Steigender Lebensmittelbedarf, die Tendenz zur Verstädterung und Klimawandel sind für einen weltweit hohen Wasserbrauch verantwortlich. Aus diesen Gründen nehmen Wasserkonflikte auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene zu und könnten möglicherweise in Wasserkriege münden. Der längste Fluss der Erde kann als Beispiel dienen: Ägypten und Sudan haben laut eines Abkommens aus dem Jahre 1929 Anrech auf 87% des Nilwassers, lehnen aber einen neuen, gerechteren Verteilungsschlüssel ab. Aufgrund ihres in den letzten Jahren gravierend angestiegen Wasserbedarfs planen andere Nilanrainer trotzdem Wasserkraftprojekte, die den Abfluss nach Sudan und Ägypten reduzieren würden – daraufhin droht Ägypten mit militärischen Mitteln. Nicht nur der Nilkonflikt sondern viele andere Zerwürfnisse unterstreichen das Potenzial für Wasserkriege, sei es im Nahen Osten bzgl. der Wasserverteilung zwischen Palästinensern und Israelisoder in Asien wegen des Baus von Staudämmen.

 

Weitere Infos:

“Water Conflict – Myth or Reality?” (WWF)

Disputed Waters

Wasserkooperation: Internationales Jahr 2013 (Auswärtiges Amt)

Umwelt & Klima

Der Wasser-Fußabdruck eines Landes umfasst die Gesamtmenge an Wasser, die für die Produktion der Güter und Dienstleistungen benötigt wird, die die Bevölkerung dieses Landes in Anspruch nimmt. So beträgt der jährliche Wasser-Fußabdruck Deutschlands 159 Billionen Liter Wasser. Anders ausgedrückt werden im Durschnitt jeden Tag 5.288 Liter Wasser pro Kopf in Deutschland benötigt. Im Vergleich beträgt der tägliche Wasser-Fußabdruck  pro Kopf der Vereinigten Staaten von Amerika 6.849 Liter und der der Demokratischen Republik Kongo 1.512 Liter.

 

Weitere Infos:

„Der Wasser-Fußabdruck“ (WWF)

Der Wasser-Fußabdruck (Water Footprint Network)

„Flüsse ohne Wasser“ (Der Spiegel)

„Climate Change Adaptation. The Pivotal Role of Water” (UN Water)

“A water tool box or best practice guide. A contribution from the UN-Water conference on Water in the Green Economy in Practice: Towards Rio+20”, UN Water

Environment (European Commission)

Die Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen (Englisch: United Nations, UN) wurden 1945 gegründet und stellen eine multilaterale Organisation dar, die 193 Mitgliedsstaaten hat.

Ein wesentlicher Arbeitsbereich der VN ist die Internationale Entwicklung, welche sich u.a. an den Millennium-Entwicklungszielen (Englisch: Millennium Development Goals, MDGs) orientiert. Diese wurden im Rahmen des so genannten Millennium-Gipfels im Jahre 2000 von den Vereinten Nationen verabschiedet. Sie umfassen acht Entwicklungsziele, die bis 2015 erreicht werden sollen:

1)      Extreme Armut und Hunger: Bis 2015 soll der Anteil der Menschen halbiert werden, die mit weniger als einem US Dollar pro Tag (in reicheren Ländern $2) überleben müssen. Der Anteil der hungernden Menschen soll ebenfalls halbiert werden.

2)      Schulbildung: Allen Kindern soll der Besuch einer Primarschule ermöglicht werden.

3)      Gleichstellung: Die Gleichstellung der Geschlechter (Gender) soll gefördert werden, insbesondere bei der Primar- und Sekundarschulbildung.

4)      Kindersterblichkeit: Die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren soll bis 2015 um zwei Drittel gesenkt werden.

5)      Müttersterblichkeit: Die Sterblichkeitsrate von Müttern soll bis 2015 um drei Viertel gesenkt werden.

6)      Übertragungskrankheiten: Mit Armut verbundene Krankheiten sollen konsequent bekämpft werden. Dabei soll ein besonderer Fokus auf Kinder- und Müttersterblichkeit sowie auf Immunkrankheiten gelegt werden. Die Ausbreitung von HIV/AIDS soll bis 2015 gestoppt werden.

7)      Umwelt: Die ökologische Nachhaltigkeit soll gesichert werden, indem der Zugang Benachteiligter zu Ressourcen wie Trinkwasser, Land und Wald verbessert, die Verslumung der Städte zurückgeführt und erneuerbare Energien verstärkt und zum Nutzen der Armen eingesetzt werden.

8)    Partnerschaft: Eine globale Entwicklungspartnerschaft soll aufgebaut werden. Hierzu sollen vor allem bessere Welthandelsbedingungen geschaffen, die Entschuldung der Entwicklungsländer vorangetrieben, mehr und effektivere Entwicklungsfinanzierung bereitgestellt und eine bessere Partnerschaft mit besonders benachteiligten Ländern entwickelt werden.

 

Weitere Infos:

Catarina de Albuquerque, UN Special Rapporteur on the Human Right to Water and Sanitation: Homepage, Buch "On the Right Track"

„UN erreichen erstes Milleniumziel“ (Die Zeit)

„Millennium Development Goals – Brennpunkt Trinkwasser“ (UN & UNNESCO)

Gemeinsames Überwachungsprogramm für Wasserversorgung und Abwasserentsorgung (WHO, UNICEF)

UN Water

 

Auch der Weltwassertag wurde von den VN ins Leben gerufen. Er wird jährlich am 22. März begangen und wirbt in der breiten Öffentlichkeit und der Politik für die Bedeutung des Wassers für die Menschheit. Er ist ein Ergebnis der VN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung, die 1992 in Rio de Janeiro stattfand und wird seit 1993 begangen. Der Weltwassertag steht in jedem Jahr unter einem anderen Thema. Im Jahre 2014 ist das Thema Wasser und Energie.

 

Die Mottos aller Weltwassertage lauten:

2014

Wasser und Energie

2013

Wasserkooperation

2012

Wasser und Nahrungssicherheit

2011

Wasser für die Städte: Antwort auf urbane Herausforderungen

2010

Reines Wasser für eine gesunde Welt

2009

Grenzüberschreitende Gewässer

2008

Sichere Sanitärversorgung weltweit gewährleisten

2007

Zeit zum Handeln - Wasserknappheit und Dürre

2006

Wasser und Kultur

2005

Wasser für das Leben

2004

Wasser und Naturkatastrophen

2003

Wasser und Zukunft

2002

Wasser und Entwicklung

2001

Wasser und Gesundheit

2000

Wasser für das 21. Jahrhundert

1999

Wir alle leben stromabwärts

1998

Grundwasser - die unsichtbare Ressource

1997

Sauberes Wasser für alle

1996

Wasserkreislauf - Lauf des Lebens

1995

Wasser schützen - Leben schützen

 

Weitere Infos:

UN Water

UNESCO

 

Informative Videos zum Weltwassertag 2013:

WASH-Netzwerk - Marsch für Trinkwasser und Sanitärversorgung

Projekt "Klobalisierte Welt" mit Bundesminister Dirk Niebel

 

Auch wurde das Jahr 2013 von den VN zum Weltwasserjahr ausgerufen, um das öffentliche Bewusstsein für wasserbezogene Themen zu stärken: Weltwasserjahr 2013 (DGVN)

Themenübergreifende Info

„Der durstige Planet“ (Berliner Morgenpost)

“Clearing the Waters. A Focus on Water Quality Solutions” (UNEP)

“Wasser”, Aus Politik und Geschichte (bpb)

 

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