Umfrage des Quartals | Juli – September 2011: Sind Sie für ein Elitegymnasium in Chemnitz?

In den kommenden Monaten möchte ich mich verstärkt dem Thema Bildung in Chemnitz widmen. Regelmäßig hört man dies und das in den Medien über den Alltag an Schulen – wie Sie wissen nicht immer nur Positives. Ich möchte gern selbst hören und wahrnehmen, wie es an unseren Chemnitzer Schulen läuft, mit welchen Herausforderungen die Lehrerinnen und Lehrer zu kämpfen haben und welche Veränderungen sie sich möglicherweise auf politischer Ebene wünschen.

In diesem Zusammenhang planen mein Team und ich auch eine „Bildungs-Projektwoche“, die vom 18. bis 22. Juni 2012 stattfinden wird. Mit dieser Aktion möchte ich das „Wir“ in unserer Gesellschaft stärken. Junge Chemnitzer sollen angeregt werden, ihre direkte Umgebung und damit unsere Stadt und unsere Gesellschaft, wie wir sie für lebenswert halten, aktiv mitzugestalten. Auf diesen Seiten erfahren Sie bald mehr dazu.

In Vorbereitung auf „mein Bildungsjahr“ interessiert mich eine Frage ganz besonders, die wir derzeit bereits im Chemnitzer CDU-Kreisverband diskutieren: Was halten Sie von der Idee eines Elite- oder eines internationalen Gymnasiums in Chemnitz? Würden Sie Ihr Kind oder Ihre Enkel auf eine solche Schule schicken?

Laut amerikanischen Studien, also dem Land der Quereinsteiger und einer „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Mentalität“, seien grundlegende kognitive Fähigkeiten zehn Jahre nach dem Berufseinstieg das Wichtigste für das Vorankommen im Beruf. Es komme darauf an, welche Fähigkeiten man sich tatsächlich angeeignet hat und nicht auf den Abschluss, der irgendwann einmal gemacht wurde.

Bei uns dagegen scheint der Bildungsabschluss nach wie vor eine große Rolle zu spielen, auch wenn es nur wenige Untersuchungen zu dem Thema gibt. Eine neue, großflächig angelegte Studie namens „Nationales Bildungspanel“, die zahlreiche Bildungsverläufe in Deutschland analysiert, möchte nun herausfinden, wie es tatsächlich um die Frage „Kompetenzen oder Zertifikate – was ist wichtiger?“ steht.

Wie stehen Sie dazu?


Ergebnisse zur Umfrage zum Elitegymnasium in Chemnitz

 

Ein herzliches Dankeschön den 62 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die an meiner dritten Umfrage des Quartals teilgenommen haben. Im Rahmen der Vorbereitung auf „mein Bildungsjahr“ wollte ich diesmal von Ihnen und Euch wissen, ob Sie/Ihr für ein Elitegymnasium in Chemnitz sind/seid. Da dieses Thema die Stadt Chemnitz direkt betrifft, möchte ich mich insbesondere bei 38 Chemnitzerinnen und Chemnitzer bedanken., die bei der Umfrage mitgemacht haben. Ihre Meinungen dazu sind mir sehr wichtig!

Von den 62 angegebenen Stimmen sprachen sich 35 und damit 56,5 % gegen ein Elitegymnasium in Chemnitz aus. Auch die Chemnitzer Stimmen haben sich geteilt: Mit 47 % Befürwortern eines Elitegymnasiums zu 53 % Gegnern halten sich beide Seiten nahezu die Waage. Allerdings sprachen sich die persönlichen Zuschriften aus Chemnitz, die ich erhalten haben, gegen ein Elitegymnasium aus. Sehr positiv fand ich von Ihnen und Euch zu hören, dass Sie und Ihr von der Qualität unserer Chemnitzer Schulen und Gymnasien überzeugt sind. Viele Befragte haben auf das hohes Niveau Chemnitzer Gymnasien hingewiesen (siehe unten). Das freut mich sehr!

Die genauen Ergebnisse der Umfrage sind im Diagramm dargestellt.

Hier noch eine Auswahl an eingegangenen Kommentaren:

„Es gibt schon Gymnasien, die in bestimmten Bereichen Elite ausbilden (z.B. Kepler für Mathematik und Naturw., Agricola für Sprachen, Sportgym.)…“

„…Ein Elitegymnasium würde einer kleinen Gruppe von Kindern mehr Möglichkeiten eröffnen, die andere nicht hätten, obwohl sie den selben Anspruch darauf besitzen. Als Chemnitzer Lehrerin sehe ich keinerlei Bedarf im Chemnitzer Raum für eine solche Einrichtung…“

„Es wäre unsinnig, Gymnasiasten erster und zweiter Klasse zu schaffen. Eher müssten sämtliche Möglichkeiten individueller Förderung innerhalb des bestehenden Rahmens ausgeschöpft werden, um besonders leistungsfähige Schüler bestmöglich zu fordern. Die sportlich-musisch-mathematisch-naturwissenschaftlich-sprachlichen Profile müssen aber unbedingt beibehalten werden.“

„Keine Zweiklassengesellschaft bei Bildung. Vorhandene Gymnasien haben sehr hohes Niveau und entwickeln sich ständig weiter.“

„Ich denke, dass alle Kinder und Jugendlichen - egal ob arm oder reich - gemeinsam lernen sollten. Das dient dazu Vorurteile abzubauen und ein gemeinsames friedliches Leben in Chemnitz zu fördern.“

„Chemnitz hat genügend gute Gymnasien, eine besondere Eliteschule halte ich nicht für notwendig, das Geld kann stattdessen in Einrichtungen der Jugendhilfe investiert werden.“

„Ein Elitegymnasium bringt eine weitere Spezialisierung im Bildungswesen. Darüber hinaus kommen hier als Schüler nur privilegierte junge Menschen in Frage. Es ist viel wichtiger, im Schulwesen ab der achten Klasse (hier sollte eine Entscheidung für Abitur oder Realschulabschluss fallen!)besonderen Wert zu legen auf Persönlichkeitsentwicklung und die Aneignung von Fähigkeiten, die junge Menschen im Leben voranbringen.“

 

 


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