Tour de Frank - Tourtagebuch
Die „Tour de France“ hatte soeben geendet, also ich mich in Chemnitz aufs Rad schwang, um meine „Tour de Frank“ zu starten. Eine Woche quer durch den Wahlkreis — Vereine, Seniorenheime, Firmen und viele andere Institutionen kennenlernen und mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Neben den vielen Bergwertungen und damit verbundenen Anstrengungen, war es eine tolle Erfahrung und ich freue mich schon auf das nächste Jahr. Lesen Sie und lest Ihr also selbst, was ich erlebt habe.
1. Tourtag – 25.07.2011
„Ob es regnen wird?“ Meine Sorgen waren überflüssig. Die Sonne funkelte in den Fenstern des Hauptbahnhofes. Gut gelaunt nahm ich das blaue Chemnitzer Stadtfahrrad entgegen, welches mich die folgenden Tage begleiten sollte. Nach einem Pressegespräch ging es los: Die Tour de Frank startete und vier Mitstreiter fuhren mit mir. Die Bereitschaftspolizei war um 11 Uhr das Ziel. Tägliche „Marathonläufe“ im Berliner Bundestag härten ab, dachte ich. Doch der Anstieg auf der Frankenberger Straße zog sich erdrückend in die Länge... Polizeioberrat Dirk Heide und Herr Rammelt mussten einige Minuten warten, bis ich die Tore an der Max-Saupe Straße erreichte. Drei Jahrgänge mit insgesamt 138 Auszubildenden werden an diesem Standort betreut. Am Ende der Ausbildung steht ein Praktikum. Herr Heide erklärte, dass viele Erfahrungen ausschließlich im Dienst vermittelt werden können. Man kann sie nicht vollständig simulieren oder in einem Test abfragen. Lediglich ein freies Wochenende im Monat haben die Beamten. „Eine Belastung, die man aufgrund der Leidenschaft zum Beruf gerne auf sich nimmt. Doch man erwartet auch Verständnis von der Bevölkerung, die man schützen möchte.“Die nächste Etappe: eins — der größte Energieversorger in Chemnitz. Das Heizkraftwerk in Glösa beeindruckte mich durch Größe und Effizienz. Ich erfuhr, dass tagtäglich 4000 Tonnen Braunkohle nötig sind, um Chemnitz mit Strom zu versorgen. Ich konnte im Anschluss meine Batterien auch wieder aufladen und genoss ein leckeres Essen in der Kantine.
2. Tourtag – 26.07.2011
Die Strecke zeigte ihre ersten sportlichen Herausforderungen. Die Hobbyimkerei Janthur war unser Ziel. Gegen 11:00 Uhr erreichten wir das Passivhaus im sonnigen Euba. Es war ein Zeitungsartikel, mit dem der junge Erik Janthur das Interesse seiner Mutter weckte: „Ein Bienenvolk zu verschenken.“ Das Geschenk wurde angenommen und so begann die eigene Honigproduktion im heimischen Garten. „Bienen sind eines der wichtigsten Nutztiere unseres Planeten“, erklärte Frau Janthur. Schwupps hatte ich eine Imkerhaube auf dem Kopf und konnte die fleißigen Bienen aus der Nähe betrachten. Nächste Station war der Adelsbergturm und der größte Anstieg der Tour wartete auf mich. Doch trotz der sportlich höchst anspruchsvollen Bergetappe erreichten wir pünktlich die Gaststätte, wo uns der Besitzer Herr Weidner begrüßte. Ein grünes Blätterdach und ein kühles alkoholfreies Weizen empfingen uns. Kaum war der Schweiß getrocknet, wartete die nette Moderatorin vom Sachsenfernsehen auf mich. Wir sprachen über Chemnitz und meine Tour, die Menschenrechtspolitik in Ostafrika, das Menschenrecht auf Wasser und meiner Ausschussarbeit. Voll konzentriert und mit klapperndem Gepäckträger ging es zurück ins Tal in Richtung Alpha-Buchhandlung. Frau Seyfert und ihre Kollegen warteten mit Kaffee und Kuchen. In dieser lockeren Atmosphäre kommt man ungezwungen mit Bürgern ins Gespräch. Was bewegt Chemnitz? Wo drückt der Schuh? Nicht anders war es am Stammtisch im Kleingartenverein Gablenz. Herr Stollberg lud ein und wir diskutierten über Kleingärten und die Chemnitzer Tafel, Wahlen, Arbeitslosengeld-II und die Wiedervereinigung.
3. Tourtag – 27.07.2011
Niles Simmons in Siegmar war meine erste Etappe an diesem Tag. Der Werkzeugmaschinenhersteller ist einer der größten Arbeitgeber in Chemnitz. Herr Dr. Meinhold, Herr Dr. Jensch und Herr Dr. Ing. Pause gaben Einblick in die Konzerngeschichte und die Entwicklung des Chemnitzer Standortes. „Man fühlt sich in Chemnitz zu Hause“, so die einhellige Meinung. Es folgte eine Betriebsführung — tonnenschwere Maschinenteile, präzisionsgesteuerte Fräsmaschinen und riesige Kräne. Im Anschluss ging es in die Angestelltenkantine zu einer deftigen Bratwurst. Das Altenheim „Am Wald“ in Grüna war das nächste Etappenziel. Heimleiter Herr Kinder führte uns durch das idyllisch gelegene Heim. Jede Etage ist mit warmen Farben gestaltet. In einem der Wohnzimmer begrüßten mich die Bewohner lächelnd und freundlich. Ein Besuch im Forsthaus Grüna und ein Gespräch mit der Freien Presse rundeten den Tag ab.
4. Tourtag – 28.07.2011
Heute hatte ich gleich sechs Begleiter dabei. In die Pedale tretend und Bürgergespräche im Sattel führend ging es nach Einsiedel. Zuerst stand das Tierheim am Pfarrhübel auf dem Plan, welches Herr von Linen leitet. Die ruhige Lage und die liebevolle Betreuung der Tiere überdecken den oftmals leidvollen Hintergrund. In Einsiedel wartete das gleichnamige Brauhaus, wo uns Herr Ackermann begrüßte. Ein interessanter Einblick bei diesem heimischen Arbeitgeber und eine gemeinsame Verkostung standen auf dem Programm. Die Termine waren eng gelegt und der Weg führte uns weiter zum Sportforum. Gespräche mit Pressesprecher, Sportdirektor und Trainer des CFC. Wir sprachen über das Stadion und seine weitere Entwicklung und erlebten im Anschluss eine Trainingseinheit der Drittligamannschaft.
So motiviert sprangen wir auf den Sattel und ab ging es zurück nach Einsiedel. Die im Ortskern gelegene Begegnungsstätte war das Ziel. Mit den 40 Besuchern gab es eine eineinhalbstündige heiße Diskussion. Das „Wortgefecht“ streifte die Diäten, die Renten in Ost und West sowie die Jugendarbeit.
5. Tourtag – 29.07.2011
Der letzte Tourtag hatte begonnen und in meinen Beinen spürte ich die Anstiege der letzten Tage. Die erste Station führte uns zur Chemnitzer Parkeisenbahn. Nach einigen Gesprächen mit den Betreibern und Besuchern konnte ich interessante Details über das Projekt und seine Zukunft erfahren. Ein Förderverein soll gegründet werden und weitere Unterstützung der Stadt stehen in Aussicht. Der nächste Besuch war mir eine außerordentliche Freude, denn unser Weg führte mich zur Heilsarmee, wo ich vor meiner Abgeordnetentätigkeit zwölf Jahre gearbeitet hatte. Danach folgte das Klinikum. Die Anlage steht mit ihren weitreichenden Anbaumaßnahmen auf dem neusten Stand der Technik, und eine gute Auslastung sichert eine stabile wirtschaftliche Lage.„340 Gramm?!“ — Ein kurzer Besuch in der Säuglingsstation der Kinderklinik nahm mir den Atem und berührte mich tief. Ein neugeborenes Kind mit 340 Gramm Körpergewicht kämpfte tapfer ums Überleben. „Die Medizin leistet Unglaubliches!“ dachte ich mir dankbar. Ein bleibender letzter Eindruck dieser ereignisreichen „Tour de Frank“.
Gegen 15:00 Uhr erreichten wir das Wahlkreisbüro — Die Tour war zu Ende. 15 Stationen, fünf Tourtage, 170 km, mehr als 100 Begegnungen und sehr offene Gespräche. Dieser Kontakt zu den Bürgern ist und bleibt mir bei meinen Aufgaben das Wichtigste. Denn so kann ich die Chemnitzer Stimme in Berlin sein.
21. Mai 2012
25. Mai 2012
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31. Mai 2012
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Mai 2012 - Ergebnis der Klausur der ostdeutschen Bundestagsabgeordneten: Ramsauer kommt nach Chemnitz, Reises des Menschenrechtsausschusses nach Jordanien und Libanon, Zwei Mädchen zum Girls‘ Day in meinem Berliner Büro, Haushaltspolitik im 21. Jahrhundert in Bund, Land und Kommune, Chemnitzer Museumsnacht 2012, Lexikon: Betreuungsgeld
