3. Runder Tisch zum Thema Wasser in Berlin, 06. Februar 2012
Im Rahmen meiner Tätigkeiten im Deutschen Bundestag bin ich der Berichterstatter für die Themen Afrika und Wasser im Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe. Wasser ist in Afrika ein sehr wichtiges Thema: obwohl es bei uns normal ist, über laufendes Wasser zu verfügen, haben Millionen von Menschen im subsaharischen Afrika kein sauberes Wasser. Ohne Wasser kann man aber nicht leben! Jedes Jahr sterben 1,5 Milliarden Kinder an Krankheiten, die mit verschmutztem Wasser bzw. Mangel an Wasser verbunden sind. Gern möchte ich dazu beitragen, diese unhaltbare Situation zu verbessern.
Deswegen organisiere ich seit 2010 Runde Tische zum Thema Wasser in Berlin mit dem Ziel, Botschafter von afrikanischen Staaten zum Austausch über das Thema Wasser zusammenzubringen. Ich freue mich über eine immer größer werdende Anzahl an Teilnehmern, die die Bedeutung des Themas unterstreicht. Anlässlich des dritten Runden Tisches am 6. Februar 2012 kamen mehr als dreißig Botschafter und Wasserexperten in die Entwicklungsbank KfW in Berlin am Gendarmenmarkt! Das war für mich ein echter Erfolg, so viele hochrangige Diplomaten zum Debattieren zu versammeln.
Den Schwerpunkt hatte ich dieses Mal auf die Wasserverteilung gelegt. In der Tat, auch wenn es manchmal in einem afrikanischen Land zahlreiche Wasserquellen gibt, sind diese nicht immer dort zu finden, wo ein Großteil der Bevölkerung lebt. Dieser Umstand ist vor allem für ärmere Bevölkerungsschichten problematisch. Sie haben kein Geld, um sich Wasserinfrastrukturen zu leisten und müssen oft mehrere Kilometer laufen, um Wasser zu holen – und dies oft aus verschmutzten Quellen.
Um auf eine Lösung aufmerksam zu machen, hatte ich Lubasi Mungandi, den ersten Sekretär des sambischen Botschafters, eingeladen. In seinem Land ist Wasser für die Hälfte der Bevölkerung ein sehr kostbares Gut. Deswegen hat der Staat seit ein paar Jahren die Idee von Wasser-Kiosken umgesetzt. Diese kleinen Hütten mit drei Wasserhähnen versorgen nunmehr Hunderte bis Tausende von Menschen mit Wasser. Sie sind so im Land verteilt, dass Leute nicht länger als ein paar Minuten laufen müssen. Und mit 0,01 Cent pro 20 Liter ist Wasser bezahlbar.
Ein anderer Vortrag wurde von Andreas Holtkotte, Wasserexperte bei der KfW, gehalten. Er hat uns die Herausforderungen bezüglich der Wasserversorgung im subsaharischen Afrika vorgestellt und auf einen Teufelskreis aufmerksam gemacht: da die Wasserversorgung meistens schlecht sei, waren Kunden nicht bereit, dafür zu bezahlen. Daraus resultierten ungenügende Gewinne für die Wasserversorger, um ihr Infrastrukturen zu warten, auszubauen und zu verbessern. Zudem gehen 70% des Wassers zwischen Erzeugung und Versorgung verloren!
Neben Vorträgen war die Diskussion im Kreis den Diplomaten und Experten sehr bereichernd. Sei es Algerien, die Demokratische Republik Kongos oder Kenia – alle Länder haben unterschiedliche Meinungen aufgrund jeweils besonderer Herausforderungen in ihrem Land, die unterschiedliche Lösungen benötigen. In der Tat gibt es keinen Königsweg. Aber wenn alle ihre Erfahrungen austauschen, entstehen Ideen, sodass erfolgreiche Ansätze gewählt und umgesetzt werden können. Denn es sind Millionen von Menschen, die zudem aus Mangel eines Zugangs zu sauberem Wasser, weder Kochen noch hygienische Standards halten können. Die Folgen sind meist Krankheit, oft der Tod. Ich freue mich daher über das große Interesse und auf eine steigende Zahl von Teilnehmern beim nächsten Runden Tisch.
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